Daheim!!

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direkt anschreiben

Übrigens: wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten...

Sonntag, 11. April 2010

Charleston, South Carolina




Heute ging es schon ganz früh los. Der Wecker klingelte schon um 5.30 Uhr, denn ich wollte um spätestens 6.30 Uhr unterwegs nach Charleston sein. Um viertel nach sechs stieg ich ins Auto, schaltete das Navi ein und startete. Das Navi sagte mir als Ankunftszeit 13.26 Uhr vorraus. Von den letzten Fahrten ausgehend, rechnete ich erst mit einer Ankunft gegen halb 3 Uhr. Entgegen meiner Erwartung traf ich nur 22min. später als vorhergesagt an meinem Ziel ein, trotz einer ca. 45-minutigen Pause bei der Hälfte der Distanz. Der Verkehr war nicht stark und durch die 0-15 Meilen die man immer schneller fährt als vom Staat erlaubt, macht man zusätzlichen Boden gut.
Auch wenn man vorhat, nicht zu schnell zu fahren, wird man vom Verkehr mitgespült. Spätestens wenn man im Rückspiegel einen 40t-Truck mit über 130km/h auf sich zurollen sieht, ist man überredet und tritt etwas stärker aufs Gaspedal. Denn die LKW's, die normalerweise 5-10mph unter der Geschwindigkeitsbegrenzung liegen sollten, scheeren sich meist nicht besonders um diese Regel und fahren ebenso schneller als die Polizei erlaubt.
zur Mittagspause kehrte ich bei 'Bojangles' ein, eine FastFood-Kette, welche ihr Fleisch nur frittiert und dazu dicke
, würzige Pommes aus echten Kartoffeln (erkennt man daran, da die Knollen nicht geschält werden). Für unter 8$ gibts mehr zu beissen, als ein normalsterblicher vertragen kann.
Nach Ankunft im Motel lud ich meine Sachen ab und fuhr in die Altstadt an den Hafen hinunter.
Nach meiner anfänglichen Begeisterung für die Stadt kehrte bald Ernüchterung ein.
Zu 'Fort Sumter', welches der Ausschlaggebende Punkt war, nach Charleston zu reisen, fa
hren täglich nur 3 Schiffe, das letzte bereits um 14.30 Uhr.
Zudem befindet es sich nicht mehr im Ursprünglichen Zustand, wie ich im Besucherzentrum erfuhr. Die 5-eckige Befastigungsanlage bestand früher
aus einer massiven Mauer, welche in 2 Stockwerken Kanonen, Munitionsdepots, Pulverlager und Unterkünfte beherbergte. Zudem war, wie bei mittelalterlichen Burgen auch, die Mauer oben auch befestigt, wo weitere Kanonen aufgestellt waren. Der Exerzierplatz in der Mitte des 5-ecks war weitestgehend frei. Dies ist heute nicht mehr so. Die Befestigungsmauer wurde zurückgebaut, es stehet nur noch die unterste Reihe. Und der Exerzierplatz existiert auch nicht mehr, denn dort wurde eine hässliche Betonkonstruktion hingestellt, der 'Battery Huger', welcher ein Museum beherbergt.
Da mir aufgrund der Offnungzeiten ein besuch ohnehin versagt blieb, beschloß ich, die Altstadt zu besuchen. Diese war auf den ersten Blick sehr interressant, denn Gebäude der unterschiedlichst
en Baustile stehen direkt nebeneinander, was einen lebhaften eindruck erweckt. Auch die Gehwege spiegeln die verschiedenen Stile wieder. Bei näherem hinsehen wirken die Gebäude allerdings wie hingeworfen, auch die gewege sind in sehr schlechtem Zustand. Zwischen die alten Gehwegsplatten wurde, satt wie früher Sand, Beton gegossen. Da diese Platten zudem oft gebrochen und verworfen sind (teilweise stehen Plattenteile bis zu 5cm. heraus), hat das nichts mit Historie, sondern mehr mit Pfusch zu tun.
Daß die gesammte Altstadt zudem noch durch breite Straßen, in welchen unzählige geparkte Autos standen, zerschnitten wurde, trug nicht zum besseren bei.
Der Eindruck verschlechterte sich weiterhin, als ich sah, daß der ganze Altstadtbereich nur auf Tourismus der billigen Sorte ausgerichtet ist. Die Geschäfte reihten sich etwa so aneinander: Souveniers, Souveniers, Süßigkeiten, Bar, Bar, Pub, Restaurant, Souveniers, Kitsch,
Süßigkeiten, Bar.... (liste beliebig fortsetzen)
Ich schöpfte etwas Hoffnung, als ich 'the Market' las. Dabei handelt es sich um eine Reihe schmaler, alter Ziegelgebäude, welche an den Seiten offen sind. Das ist sehr angenehm, denn in der Stadt wird es sehr heiß und dadurch daß durch die überdachten Gebäude eine frische briese weht ist es immer angenehm kühl. Als ich jedoch das Warenangebot zu sehen bekam, starb das letzte bischen Hoffnung ab. Dort wurde der übelste Kitsch von allem feilgeboten.
Sterlingsilber-Ohrringe für 5$ (solche wie man auch im Karstadt , Pimkie oder auch NewYorkers in der Nähe der Kasse findet), häßliche Laubsägearbeiten mit eingebrannten Bildern (Te
ile die man der Verwandschaft mitbringt, welche diese Schäußlichkeiten meist in der untersten Schublade verschwinden lassen), bemalte Ziegelsteine (echt jetzt, das ist kein Witz) und schreiend bunte, in pastellfarben bemalte Vogelhäuschen (sowas sollte vom Gesetzgeber her schon verboten werden). Vor dem ersten Gebäude saßen dann noch alte Frauen, welche aus besonderm Gras Korbwaren flochten. Das war noch ganz interressant. Bis ich beim durchschreiten dieser 'Hallen der Scheußlichkeiten' feststellte, daß diese Frauen vor jedem der 4 Gebäude saßen. Und in den Ecken der Gebäude. Und in den Gängen der Gebäude. Es würde mich nicht wundern, wenn noch welche auf den Dächern gesessen hätten. Die fleißigen Flechterinnen versorgen vermutlich die gesammte westliche Welt mit geflochtenen Korbwaren.
Als Fazit kann ich zu Charleston sagen: Stadt mit Potenzial, welches jedoch meistens verschenkt wurde.
Wenigstens war das Parken für 3std. mit nur 3$ sehr günstig.

Nachdem ich wieder am Motel angekommen war, ging ich noch schnell zur Tanke um was für Abends zu besorgen. Der laute Alarm der ertönte, als ich den Kühlschrank mit dem Bier öffnete,ließ mich mehr oder weniger wahllos hineingreifen, nur um schnell die Tür wieder zu verschließen. Der Alarm soll verhindern, daß sich Kinder und Personen unter 21 nicht heimlich mit Alk versorgen können. Als ich zurück in beinem Zimmer war, war ich sehr gespannt, welches Gebräu seinen Weg in meine Tasche gefunden hatte.
Was genau es ist, weis ich immer noch nicht, aber es schmeckte grausig. Ausserdem hatte die rote Farbe des Getränkes eine sehr abschreckende Wirkung. Sie ist mit dem rot des oberen Teils der Dose vergleichbar.
Also blieb ich bei der Limo, die ich zum Glück alarmfrei und somit in Ruhe aussuchen konnte.

so, das wars mal wieder. Wo es morgen hingeht, weis ich selbst noch nicht genau, auf jedenfall richtung Süden

...und Tschüß

Freitag, 9. April 2010

Washington

Die Nacht war mal interressant. Dieses Motel ist eine ganze Ecke größer als die letzten, nämlich 3-stöckig. Aus diesem Grund war auf dem Flur eine menge lautstarker Verkehr, welcher einen kein Auge zutun lies. Als sich das so gegen 1°°uhr gelegt hatte, fing im Nebenzimmer ein Pärchen an zu streiten und zwar so, wie man es nur aus Filmen kennt. Es wurde geschrien, geschlagen und
allem geworfen, was sich in Reichweite befand. Zudem schüttete es die ganze Nacht
wie aus Eimern. Aber morgens als ich aufgestanden bin, war es zwar noch bewölkt, aber die Straße war zumeist schon trocken.
Also ab ins Auto, nach Alexandria und von dort aus mit der Metro nach Washington DC.
Bei meiner Ankunft war es
sehr windig (was auch den ganzen Tag anhielt), aber die Sonne tauchte langsam auf. Mit der Metro fuhr ich dann bis zur 'Mall', im grunde ein einziger, von Straßen unterbrochener, riesiger Park mit dem Capitol auf der Ost-, und dem Lincoln Memorial auf der Westseite. Im Norden und Süden reihen sich verschiedenste Museen (meist Smithonians) aneinander. So maschierte ich einmal im Kreis und besuchte zuerst das Capitol. Das Bauwerk ist so gigantisch, daß es mir unmöglich war, es komplett auf ein einzelnes Photo zu bannen. Das Photo rechts zeigt nur den eindrucksvollen Mittelteil. Als nächstes kam ich am 'National Museum of Natural History' vorbei, welches ich gleich betrat. Es sei dazugesagt, daß fast alle Museen freien Eintritt haben, man muß nur durch die Sicherheitskontrollen, welche aber von überforderten und umotivierten Personal durchgeführt werden. Beim verlassen des Gebäudes fiel mir ein, daß ich noch meinen Leatherman (Werkzeug mit Messer) einstecken hatte, welches mich jedoch glücklicherweise nicht in Schwierigkeiten brache, da es nicht gefunden wurde. Man hat alles sich darin befindliche zwar schon mal irgendwo so oder so ähnlich irgendwo anders auch gesehen, trotzdem war es sehr interressant. Besonders die Mineralien und Skelette verschiedenster Tiere (Urzeitliche und noch lebende) sind sehr beeindruckend. Desweiteren wäre auch das 'National Air and Space Museum' und das 'National Museum of Amerikan History' interressant gewesen, jedoch bildeten sich an den Eingängen schon Schlangen von 50-100m.Stattdessen ging ich in den Skulpturengarten zwischen den beiden Museen. Dort wurden Exponate von mir unbekannten Künstlern ausgestellt, wie z.B. der Baum auf dem rechten Photo, der komplett bis in die kleinsten Äste aus Edelstahl besteht.
Weiter ging es am 'Washington Monument' (der fast 170m hohe
Marmorobelisk links) vorbei Richtung 'Reflecting Pool' und 'Lincoln Memorial', beide bekannt aus dem Film 'Forrest Gump' (die Scene, in der Forrest als Kriegsveteran auf den Stufen des Memorials stehend zu den Hippies spricht als seine Jenny plötzlich durch den 'Reflecting Pool' zu Ihm gelaufen kommt). Das Photo wurde von den Stufen des Memorials aufgenommen, im hintergrung kann man noch das Capitol erkennen. Ab diesem Bild wurden die Photos leider schlechter, da der Accu meiner Kamera aufgab und ich auf das Handy zurückgreifen mußte.
Jetzt marschierte ich Richtung weißes Haus. Unterwegs gönnte ich mir ein Hotdog, eine Pretzel (kein Tippfehler, das wird hier so geschrieben :D) und eine Cola für 14$!! Hotdog war gut, Cola kenn
t man ja und von der Pretzel mußte ich 2/3 wegwerfen, weil sie einfach nur wiederlich war. Form - ok, farbe - zu hell, größe - zu groß, geschmack - fad, erinnerte mehr an einen Krapfen. Ich habe noch nie eine süße, mit salz bestreute Pretzel gegessen und werde es auch nie wieder tun....
Als ich nach dieser Pause am weißen Haus ankam, mußte ich leider feststellen, daß es weiträumig abgesperrt war und von
schwerbewaffneten Securitys mit Hunden bewacht wurde.
Das hing vermutlich mit den beiden Hubschraubern zusammen, die ich zuvor (vom 'Lincoln Memorial' aus) Richtung weißes Haus fliegen und landen gesehen hatte. Scheinbar war der Chef von irgendeiner Reise zurückgekehrt. Als ich nach etwa einer Stunde wieder am weißen haus vorbei kam, wurden gerade die Absperrungen geöffnet und wir Touristen konnten bis an den Gartenzaun der Präsidentenresidenz.
Da ich meine Füße aufgrund der gestrigen Strapazen kaum noch benutzen konnte (die ersten schmerzen kamen schon auf dem weg zum 'Washington Monument'), ging der tag in Washington seinem Ende entgegen, auch wenn es geradeeimal 16°° Uhr war. Es waren immerhin 7std. nahezu permanente lauferei. Im Motelzimmer angekommen, entdeckte ich 2 neue Blasen, eine davon sogar unter einer alten...
aber nicht so schlimm, den morgen werde ich zu 80% nur im Auto sitzen. Ich habe vor, nach Charleston in South Carolina zu fahren, eine Strecke von etwa 530Meilen (ca. 850km).
Also früh in die kiste, damit ich morgen evtl die Stadt noch etwas anschauen kann.

Also dann, man sieht sich

In Springfield, aber ohne Simpsons


Wie oben zu lesen, bin ich jetzt in Springfield. Dabei handelt es sich aber leider nicht um die Stadt von El Barto und Konsorten, sondern um einen Vorort von Alexandria, welche wiederum am Washington DC anschließt.
Die Reise dorthin verlief Reibungslos über zumeist fast leer
e Straßen. Dabei fiel mir auf, daß sich die Leute auf freien Straßen, wo man rasen könnte, fast immer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen (meist 55mph = ca. 90km/h) +- 5mph halten. Je näher man jedoch an eine Stadt und somit in dichteren Verkehr gelangt, umso weniger wird sich daran gehalten. +15 bis 20mph wird dann schon mal schneller gafahren.
Zu Washington komme ich im nächsten Post, denn ich habe die Stadt nur mal "schnell" durchfahren um zu meinem M
otel zu gelangen. Kurze Anmerkung: Der Verkehr dort ist der Horror. Um Längen schlimmer als Manhatten zur Rush-Hour.
Nach meiner Ankunft im Motel bin ich nach Alexandria gefahren. Im Reiseführer bekam die Stadt nur ein kurzes Kapitel, jedoch sind die Altstadt und die Wohnviertel sehr historisch und strahlen eine Gemütlichkeit aus, daß man sich am liebsten sofort hier Niederlassen möchte. Der hohe Turm rechts ist das 'George Washington Masonic National Memorial'. Ein neuerer, aber imposanter Bau am höchsten Punkt der Stadt. Er ist auch sehr praktisch, denn in seiner Nähe kann man in den Straßen parken und weis immer, wo das Auto steht. Das Memorial ist einfach nicht zu übersehen...
Die Altstadt befindet sich den Hügel hinab entlang der King Street. Sie wirkt sehr antik, da selbst die neuesten Gebäude am Rande der Old Town mit roten Ziegeln und ähnlichem verkleidet sind, so daß das Stadtbild nicht allzusehr unter den teils riesigen Bauten leidet. Selbst Filialen großer, meist durch schreiend bunte und leuchtende Reklame auf sich Aufmerksam machender Ketten wie Subway oder Dunkin Donuts, müssen sich dem Stadtbild unterordnen und werben ohne Neonschriften und Plakate, sondern nur mit Holzschildern o.ä. in angemessenen Farben.
Ganz unten am Ende der King Street befindet sich der Hafen. Eines der Gebäude dort unten ist eins der Interressantesten, die ich bis jetzt in den USA gesehen habe, und zwar die 'Torpedo Factory'. Von aussen nichts besonderes, aber die wahren Werte verbergen sich im inneren der ehemaligen Torpedoschmiede des 1. und 2. Weltkriegs. Dort erstrecken sich über 3 Stockwerke 50 oder mehr Ateliers verschiedenster Künstler. Die Abteilungen sind einander total verschieden in Größe und Anordnung, so daß keine geradelinige Optik entsteht und dem ganzen eine gewisse Natürlichkeit verleiht. Die Ateliers haben Größen von 5m² - 100m², je nachdem wieviel Platz der einzelne Künstler für seine Art Kunst benötigt. Das Angebot reicht von kleinen und großen Gemälden verschiedenster Stile über stehende und hängende Skulpturen unterschiedlichster Machart bis hin zu ausgefallenen Schmuckkreationen. Selbst ich, der nicht als großer Kunstkenner bekannt ist, war von dieser Ansammlung verschiedenster Werke mehr als nur begeistert. Hätte ich nur mehr Platz und Geld zur verfügung, so hätte ich den ganzen Schuppen wohl restlos leergekauft. Aber meine bescheidenen Barschaften ließen leider nur ein kostenlosen bewundern dieser Werke zu. Zum krönenden Abschluß des tages ging ich in ein gutes Restaurant, das 'Columbia Firehouse'. Da ich nur wenig von dem Verstand, daß auf der Karte zu lesen war, lies ich den Kellner einen Vorschlag machen und stimmte seiner Wahl zu. Muscheln, Garnelen und Fischfilet in einer roten Bouillabaisse an Hausgemachten Nudeln mit frischem, mit einer hausgemachten Paste bestrichenem Ciabatta. Normalerweise esse ich keine Meeresfrüchte, aber die Hafenatmosphäre und der Seegruch machte Lust auf so etwas. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Essen war so großartig, daß ich beschlossen habe, dem Vorschlag von Chris (der aus New York einen Post zuvor) nachzukommen und immer wieder Meeresfrüchte zu essen, wenn ich in einer Hafenstadt bin. Zum Dessert gönnte ich mir noch eine art Haselnußschnitte, welche aus mehreren Schichten (unter anderem Mouse Chocola[keine Ahnung ob man das so schreibt]) mit Vanilleeis auf gerösteten Walnüssen. So gestärkt mache ich mich auf den etwa 14 Blocks langen Rückweg zum Auto. Ein nahezu perfekter Tag, hätte ich (der vermutlich im Zeichen des Idioten gebohren wurde) nich wieder die falschen Schuhe angezogen. Zu den 3 alten Wasserblasen, welche schon fast weg waren und jetzt wieder schmerzen wie Sau hat sich auch noch eine neue hinzugesellt. Sch***e!!
Aber was solls. Ich hoffe, ich lerne wenigstens daraus...

also dann, wiedersehen

Donnerstag, 8. April 2010

Raus aus New York


Gestern hab ich mal die amerikanische Wirtschaft angekurbelt und Klamotten, Schuhe und ne Kamera gekauft. Ab jetzt sollten die Bilder eine deutlich bessere Qualität haben als die Photos vom letzten Eintrag (die waren noch mit dem Handy).
Nachdem ich die Einkäufe in Hotelzimmer verstaut habe, bin ich wieder mit der Subway nach Manhatten rein. Aus dem treffen mit meiner Cousine ist leider nix geworden, da Sie doch deutlich später angekommen sind, als von mir erwart
et. Habe stattdessen weiter die Stadt erkundet, mich in ner Bar niedergelassen und bei einem Bier in meinem Reiseführer geschmökert, um die ungefähren nächsten Ziele auszumachen. Die nächsten sind Philadelphia und Washington. Auf dem weg zurück zum Hotel mußte ich natürlich noch in der Grand Central Station vorbeischauen. Ich wusste ja schon, daß dieses Gebäude überwältigend sein muß, aber damit habe ich nicht gerechnet. Riesig, alles in Marmor und Messing. Kein Wunder, daß sich auch die armen Leute diesem Prunk anpassen. Der erste Bettler der mich in New York angesprochen hat, war in dieser Halle und er wollte keinen Quarter oder einen Dollar sondern wollte gleich 50-100$ von mir sehen. Vermutlich wollte er sich auch ein I-Phone oder I-Pod kaufen, denn ohne diese oder ähnliche Geräte ist der DurchschnittsNewYorker scheinbar nicht Überlebensfähig. Telefonate werden mitunter nur sehr missmutig unterbrochen um lästigen Kassierertätigkeiten oder ähnlichen nachzugehen.
Nachdem ich mich sattgesehen hatte, gings weiter Richtung Hotel mit der Subway. Leider stig ich eine Station zu spät aus, um richtin umsteigen zu können. So begann eine Odysee, die mich nach ca. 1std. U-Bahn-Weg suchen und fahren zwar nach Queens, aber nicht ins Hotel brachten. Also irrte ich 20min. durch Queens (Ditmars Bulevard, auch sehr schön...) bis ich 2 Cops fand, die ich nach dem Weg, bzw. nach dem nächsten
taxistand fragen konnte.
In das Gespräch mit den beiden Polizistinen (welche sehr hilfsbereit waren) schaltete sich ein Einwohner Queens ein, welcher sich anbot, mich zur nächsten Bushaltestelle zu bringen. Da er einen sehr sympatischen Eindruck machte (Typ 50jähriger Vegetarier, Musiklehrer und Anhänger alternativer Lebensart) willigte ich ein. Da wir beide in die Gleiche Richtung mußten, fuhr er auch ein kurzes Stück mit dem Bus und gab mir bei der Gelegenheit ein paar Infos über Queens (Gebäude, Mentalitäten...) mit.
Bevor er Ausstieg, bat er noch den Fahrer mir den richtigen aus.- umstiegsort zu zeigen. Dieser machte das auch, aber der Weg zur nächsten Haltestelle war nicht so einfach. Kurz gesagt, ich hab mich verfranst. 21°° Uhr bei schlecht beläuchteten Straßen ohne Orientierung mitten in Queens.
Aus diesen Stoff werden Thriller oder Horrorfilme geschrieben.
Aber es war bei weitem nicht so schlimm. Es waren zwar wenig Personen auf den Straßen, aber die, die ich fand waren sehr hilfsbereit. So maschierte ich, nach dem richtigen Weg fragend langsam auf mein Ziel zu. Nach einer Weile (ca. 45min.) kannte ich mich selber wieder etwas aus, denn diesen Teil kannte ich schon von den tagen zuvor aus den Taxifahrten. Nach etwa 1std. kam ich dann endlich (kaputt aber glücklich) am Hotel an.
Als erstes ging ich an die Bar und ließ mir ein Flüssigbrot zapfen. Neben mir saßen 2 Amis, welche sich über dies und das lautstark unterhielten. Einer davon (Chris) war ein witziger Weltenbummler, der verständlich sprach und mir einige Tipps zu meiner Reise geben konnte. Der andere (Brian) war früher beim USMC und für 6,5 Jahre in Afganistan stationiert, was er bei jeder sich bietenden
Gelegenheit laut erzählte. Als Chris plötzlich verschwand (vermutlich konnte er das Kriegsgelaber nicht mehr ertragen) war ich der einzig verbiebene Gesprächspartner von Brian. Daß ich von dem was er sagte nur max. 15% Verstand (er sprach undeutlich, mit vielen mir unbekannten Wörtern in sehr theatralischen Art. Ähnlich wie Samuel L. Jackson in Pulp Fiction, wenn er die Bibel zitiert) interressierte Ihn nicht besonders. Er schwafelte mich über beide Ohren zu, und das in einer eindringlichen Art, die ein verkrümeln meinerseits nicht zulies. Nach ca. 30min schaffte ich es doch, mich abzuseilen und ging pennen.
Am nächsten Tag (heute) packte ich mein Zeug zusammen und fuhr zum Büro von National, dem Autovermieter um mein Fahrzeug abzuholen.
Es ist ein roter Chevrolet Cobalt mit 22070 Meilen auf der Uhr. Mit dem machte ich mich gegen Mittag auf zu meinem nächsten Ziel: Philadelphia. Es lief soweit ganz gut. Sogar als mich das Navi quer durch Manhattan (Chinatown, Little Italy und Soho) jagte. Es war zwar anstrengend, aber bei weitem nicht so schlimm wie ich dachte, als ich erkannte, was mein TomTom mit mir vorhatte.
Der Großteil des Weges nach Philly verlief ereignislos, jedoch hatte ich mich bei der Adresseingabe von meinem ausgesuchten Motel vertan, was dazu führte, daß ich irgendwo im Nirgendwo strandete.
Das Ende vom Lied ist, daß ich nach ca 5sdt fahrt plötzlich in einer Gegend war, die ich bereits 3std. zuvor gesehen hatte. Und das nervige daran war, daß ich dann noch etwa 2std. fahrt vor mir hatte. Inkl. einer pause brauchte ich also etwa 8std. für eine Strecke, die in 4std. zu bewältigen wäre. Angekommen im Motel (welches sich dann auch noch als teurer als gedacht herrausstellte, weil ich nicht an die Steuern gedacht hatte) beschloß ich, es für heute sein und Philly hinter mir zu lassen. Werde morgen gleich richtung Washington aufbrechen und hoffen, daß mir da weniger Ärger bevorsteht.

Uff, langer Text geworden...

na dann, man sieht/liest sich

Dienstag, 6. April 2010

Der 1. Tag




Habe geschlafen wie ein Baby. Bin nach 6Std. ohne Wecker aufgewacht. Ich stimme ein 3-faches Hoch auf die Schichtarbeit an, den der so gefürchtete Jetlag ist spurlos an mir vorüber gegangen.
Um ca. 8°°Uhr hab ich mich dann auf die Socken gemacht, die Stadt zu erkunden. Nach einer halben Stunde Fußmarsch bin ich an der bekannten U-Bahn angekommen. Der Plan ist für Laien schon etwas schwer zu lesen, aber vom Aufbau mit dem Münchener vergleichbar. Am Am Timesquare angekommen war ich doch schnell überfordert. Der Verkehr, die Menschenmassen, die gewaltigen Ausmaße und die gigantische Leuchtreklame scheinen einen direkt erschlagen zu wollen. Ich wurde dann zum Glück von Jemandem angesprochen, der Sightseeingtouren angeboten hat. Nach kurzer Erklärung gings auch schon los. Es handelt sich dabei um 3 verschiedene Linien (plus eine mit dem Schiff) mit oben offenen Doppeldeckerbussen.
Das gute ist, daß die Touren jeweils ca. 20-25 verschiedene ein und ausstiegsmöglichkeiten bieten. Man kann bei jeder davon aussteigen, sich die Sehenswürdigkeiten der Umgebung ansehen und später an der gleichen Stelle nach max. 10min. Wartezeit wieder in einen Nachfolgebus einsteigen.
Ich habe die 2 größeren mitgemacht und habe mir Uptown und Downtown angesehen. Auch wenn man viel fährt habe ich doch sicherlich 10-15km Fußmarsch hinter mir. Werde morgen evtl. shoppen gehen, da meine Schuhe nicht für derartige strecken gemacht sind und ich mir schon Blasen gelaufen hab.
Allein in den 10std. die ich heute unterwegs war, bekommt man doch einen guten Überblick, wie es in dieser Stadt abläuft. Die Ampeln sind im Grunde nur als unverbindliche Vorschläge zur Verkehrsregelung anzusehen. Den 'Eingeborenen' passte ich mich schnell an und lief nach kurzem Blick nach links oder rechts (je nachdem in welche Richtung die 'Oneway-Pfeile' zeigten) auch bei rot über die Kreuzungen.
Das Überangebot an Restaurants/Imbissen ist unglaublich. Man kann kaum 15m gehen ohne nicht schon wieder vor einem Fresstempel zu stehen. Allein die unglaubliche Anzahl von Starbucks und Subway ist nicht zu verstehen. Wenn man sich bei Starbucks einen Kaffee zum mitnehmen holt, steht man schon vor dem nächsten, ehe der Becher halb leer ist.
Und zu den Imbissen sei noch gesagt, das man sich bei dieser Vielvalt kaum entscheiden kann. Chinesisch, Thailändisch, HotDogs, Burger, Mexikanisch, Sandwiches...etc. Da kann man sich natürlich den Geruch auf den Straßen vorstellen. Man wird fast schon von den gerüchen satt, die einem permanent um die Nase wehen. Gemischt mit dem Geruch der Müllbeutel die alle paar Meter an der Straße liegen musste ich mich fast überwinden, doch irgendwann einmal etwas zu essen. Aber nach einer halben Portion Hühnchen in Bourbonsauce mit Reis habe ich dann auch schon wieder aufgehört.
Um ca. 18°°uhr war dann für mich erstmal schluß mit NY. Ansehen wollte ich nix mehr, laufen konnte ich nicht mehr (scheiß Schuhe....) und die vielen Eindrücke haben mich auch ordentlich ausgelaugt. Sitze jetzt gemütlich an meinem Hotelzimmerschreibtisch bei ner Dose Bier ( die hat angenehme 0,75l) und Cheetos-Chips und schreibe diesen Text.
Dann auf'n andermal